C&A hat nichts gegen Google Adsense 11. Februar 2009
Folgende E-Mail habe ich gerade über das C&A-Partnerprogramm bekommen:
Liebe Affiliate Partner,
C&A stellt die Google Werbeform Adsense nicht in Frage!
C&A ist der Auffassung, dass redaktionelle Berichterstattung klar von
Werbung getrennt sein muss. Dies gilt selbstverständlich auch für das
Internet.Hintergrund für die C&A-seitige Abmahnung eines Internet Nachrichten
Portals war der dortige redaktionelle Bericht über einen kostenlosen C&A
Kids Casting Wettbewerb, in dessen direkten Umfeld Werbung geschaltet
war. Dadurch gelangten Eltern, die ihre Kinder für das Casting anmelden
wollten an Modelagenturen, die kostenpflichtige Shootings durchführten
und den Eltern in Rechnung stellten. Die entsprechende Beschwerden
besorgter und verärgerter Eltern bei C&A führten zu dem Schluss, dass in
diesem konkreten Fall die Trennung von Berichterstattung und Werbung
offenbar nicht deutlich genug war.Wir stellen klar, dass C&A die Google Adsense Werbung als solche nicht in
Frage stellt oder gestellt hat.Um dieses in der Wahrnehmung entstandene Missverständnis auszuräumen,
werden wir die Abmahnung gegen das Nachrichtenportal noch heute
zurückziehen.Viele Grüße
Das Online C&A Team
Jetzt frage ich mich nur noch, wie sie sich genau eine solche Trennung von Inhalt und Werbung vorstellen.
UPDATE: C&A hat jetzt auch die Abmahnung gegen die-topnews.de zurückgezogen (Artikel bei Topnews)
Die Frage die sich hierbei einmal wieder stellt , wieso hat man dem Webmaster nicht vorher eine Info geschickt bzw. diesen Telefonisch Kontaktiert um die Sachlage zu besprechen ? So hat man mal wieder schnell etwas Image eingebußt.
Ja diese Vorgehensweise ist einfach nur indiskutabel. Leider ist so etwas mittlerweile gängige Praxis. Vielfach lassen sich Probleme dieser Art einfach und ohne Ärger schon im Vorfeld ausräumen, beim Geld hört aber offenbar bei manchen der Kommunikationswille abrupt auf…
Eigentlich sollte so eine Abmahnung immer erst der letzte Schritt sein, wenn eine Einigung auf normalem Wege fruchtlos geblieben ist.
Wenn man dann liest, das rein statistisch bereits jeder Webshop-Betreiber durchschnittlich 2-3 mal abgemahnt wurde, dann kann man sagen es gibt keine Kommunikation mehr…
Moin,
hab gerade deine Seite entdeckt und das: “Jetzt frage ich mich nur noch, wie sie sich genau eine solche Trennung von Inhalt und Werbung vorstellen.”
Alle Landespressegesetze sehen eine strikte Trennung von bezahlten und nicht bezahlten Inhalten vor. Das ist auch gut so, da sonst die Glaubwürdigkeit der (oft eben nur vermeintlich) freien Presse leidet.
Wenn du nun Anzeigen (=Banner oder Textlinks) auf eine Art und Weise in deine Artikel einbindest, die darauf schließen lässt, dass sie zum (freien, also neutralen) redaktionellen Teil gehören, führst du deine Leser in die Irre. Denn die können nicht mehr zwischen Anzeige und Redaktion unterscheiden. Und Leser können verdammt dämlich sein.
Es ist also gar nicht schwer, Inhalt und Werbung voneinander zu trennen. Faustregel: Kriegst du ein Entgelt, schreib klar und deutlich (!) “Anzeige” drüber. Für C&A ist es in diesem Fall natürlich ziemlich ärgerlich, da die unglückliche Platzierung der Anzeigen dazu führt, dass Eltern sie für Abzocker halten.
Jeder, der im Netz oder anderswo veröffentlicht, sollte sich Telemedien- und Pressegesetze mal genauer anschauen.
Gerade Blogger sollten auf ihre Glaubwürdigkeit achten. Wenn ich das Gefühl habe, auf einer Seite nur verarscht zu werden, surf ich kein zweites Mal drauf. Und gerade weil WordPress so einfach aufzusetzen und zu optimieren ist, fällt es immer schwerer, zwischen bezahlter und freier Berichterstattung zu unterscheiden. So werden die klassischen Blogs in der Wahrnehmung langsam aber sicher zu den Anzeigenblättern des Jahrtausends. Auch nicht schön für diejenigen, die’s ernsthaft betreiben.
In diesem Sinne: Viele Grüße, Take Care und sorry für den Roman :-)
PS: Ob’s immer gleich ‘ne Abmahnung sein muss… sicher nicht. Aber wir kennen alle nicht die Hintergründe und haben uns auch nicht die Mühe gemacht, zu recherchieren. Und ernsthafte Recherche ist nicht gleichbedeutend mit Google, sondern beinhaltet den Direktkontakt mit beiden Seiten.